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... von Florian Danner am 25.07.2011 ...

NOCH NIE SOVIELE WAFFEN GESEHEN

Florian Danner © florian–danner.com Wahnsinn wie anders die Welt hier in Afghanistan ist. Haben inzwischen die ersten Tage im Kriegsgebiet hinter uns. Unser Besuch in der amerikanischen Botschaft war gleich ein Erlebnis – so gesichert ist nicht einmal das Weiße Haus in Washington! Nicht nur, dass dieses Botschaftsareal sowieso in einer Art "Green Zone" liegt – sprich, es dürfen nur ausgewählte Autos und Menschen in diesen Stadtteil, wo unter anderem auch der Palast von Präsident Karzai ist. Bis wir jedenfalls in den Gebäuden von Botschaft, NATO und so weiter waren, haben wir durch neun Sicherheitsschleusen müssen – jede Schleuse wie eine Stahlzelle für Schwerstverbrecher samt Metalldetektoren und eigenen Hochsicherheits–Besucherpässen. Und in der Botschaft wird jeder Besucher von einer Militäreskorte auf Schritt und Tritt begleitet, damit sich kein Fremder frei bewegen kann. Als Entschädigung haben die Herren vom Militär dort zum Beispiel einen herrlichen, kleinen Park samt Torabora–Bar – fast wie in einem All–Inclusive–Club auf den Malediven.
Weniger angenehm wars da schon als zwei Kollegen aus Island und Bulgarien und ich von einem Jeep der US–Botschaft zu einem anderen Termin gefahren worden sind. Als wir nämlich beim Hauptquartier des afghanischen Geheimdiensts in Kabul vorbeigefahren sind, haben uns Polizisten aufgehalten und sofort Geheimdienst–Sicherheitsleute mit schweren Waffen bestellt. Wir haben unser Auto natürlich nicht geöffnet – so wie uns das das amerikanische Militär vor der Reise gesagt hat. Dementsprechend hat auch unser afghanischer Fahrer nur mit lauten Schreien im Auto mit den Polizisten rund um unseren Jeep reden können. Die Polizisten haben behauptet, wir hätten das Geheimdienst–Gebäude gefilmt – obwohl das nicht gestimmt hat. Und deswegen wollten sie eine stattliche Summe Geld, denn Polizisten in Afghanistan lassen sich in den meisten Fällen kaufen, sind also bestechlich wie sonst was. Jedenfalls haben uns diese Herren mit ihren Waffen fast eine Stunde lang aufgehalten, wir haben im Auto schon zu Schwitzen begonnen, weil wir uns schon fast im afghanischen Gefängnis gesehen haben. Ein verhandlungssicherer Mitarbeiter der US–Botschaft ist dann aber herbeigeeilt und hat uns befreit – wir wissen nicht wie, aber wir sind dann fast eineinhalb Stunden verspätet zu unserem Termin gekommen. Und dort haben uns die Herrschaften gleich verständnisvoll begrüßt: "Ach so, so ein kleiner Polizei–Aufenthalt... Wenns weiter nichts ist..."
Afghanistan © florian–danner.com

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