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... von Florian Danner am 21.08.2008 ...

ERMAHNUNG VOM SECRET SERVICE

Florian Danner derzeit in den USA © florian–danner.com "Excuse me, Secret Service. You're not allowed to do that." Als ich das heute früh gehört hab, ist mir kurz anders geworden. Keine 15 Stunden bin ich auf amerikanischem Boden und schon mach' ich was Verbotenes. Weil ich laufen war und um halb sieben in der Früh in Washington D.C. noch absolut kein Verkehr im Park vor dem Weißen Haus ist, hab ich einfach bei Rot eine Fußgänger–Ampel überquert. "Entschuldigung, Secret Service. Sie dürfen das nicht" sagt auf einmal mitten am Gehsteig eine rauhe Stimme auf Englisch hinter mir. Wow, ich weiß nicht, wann mir das Herz zuletzt so lange stehen geblieben ist.
Ich dreh' mich um – und? Ein anderer Läufer hinter mir, der auf einmal lauthals zu lachen anfängt. "Just a joke! Good morning, Sir!" Und er läuft weiter, an mir vorbei. Hahaha! Ebenfalls guten Morgen. So richtig lustig find' ich das erst jetzt, wo ich nicht mehr verbotenerweise am Zebrastreifen laufe. Aber das war ein richtig guter Einstand für meine sieben Wochen USA. Und das war ein klassischer Fall von Laufen in Amerika: Hier grüßen sich alle Läufer untereinander – das ist bei uns in Österreich ja völlig undenkbar. Und wenn ich alle Läufer meine, dann mein ich richtig viele. Denn um halb sieben Uhr in der Früh waren heute soviele Jogger unterwegs wie ich noch nie in einer Stadt gesehen habe. Damit steht die erste Lektion des US–Aufenthalts fest: Die Amerikaner mögen vielleicht mehr dicke Menschen haben als wir in Europa. Aber sie haben auch definitiv mehr Läufer als wir!