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... von Florian Danner am 28.08.2008 ...

MEINE NACHT BEI OBAMA

Florian Danner vor Barack Obama im Mile High Stadium von Denver © florian–danner.com Ich war beim Finale der Fußball-EM in der Fanzone. Ich war bei Robbie Williams im Happel-Stadion. Und ich sag' Ihnen, das war alles nichts gegen die Rede von Barack Obama heute im Mile High-Stadion von Denver vor 85.000 enthusiastischen Amerikanern. Für einen Österreicher ist es einfach völlig unvorstellbar, dass soviele Leute dafür ZAHLEN (!!!), um die Rede eines Politikers zu sehen. Auch wenn ich Obamas Reden schon oft im Fernsehen mitverfolgt habe: Jetzt wo ich ihn live gesehen habe, muss ich echt sagen, der Mann ist ein politisches Ausnahmetalent.
Natürlich hat die Iszenierung perfekt gestimmt: Umwelt-Guru Al Gore begrüßt uns, Countrystar Sheryl Crow singt zur Einstimmung, Soulman Stevie Wonder shakt über die Bühne, Vizepräsidentschaftskandidat Joe Biden spielt den Animateur. Dann ein Film über Obamas Leben. Kurz Stille und völlige Dunkelheit – und dann steht da auf einmal der Messias... Also eben Barack Obama auf der Bühne.
Versprochen hat er in seiner Rede Dinge, die er als Präsident nie und nimmer halten wird können. Aber darum geht's gar nicht. Wie dieser Mann mit Emotionen umgeht und 85.000 Menschen (inklusive mir) Gänsehaut aufstellen lässt. Wie dieser Mann seinen Gegner, ohne ihn beim Namen zu nennen, als völlige Fehlbesetzung hinstellen kann. Wie dieser Mann einfach so unglaublich viele Menschen in ganz Amerika inspirieren kann, ist sensationell und fast schon überirdisch. Rhetorisch ist Obama völlig unschlagbar. Amerika wär's zu vergönnen, dass er das auch als Präsident wäre, sollte er gewählt werden.